Detaillierte Beitrags-Information

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Beitragstitel Frauenzentrierte Betreuung in Zürcher Geburtenabteilungen
Beitragscode P06
Autoren
  1. Susanne Grylka-Bäschlin Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW Vortragender
  2. Jessica Pehlke-Milde Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Präsentationsform Poster
Themengebiete
  • 1. Patienten- und Angehörigenbeteiligung im Gesundheitswesen
Abstract EINLEITUNG: Hebammengeleitete Versorgungsmodelle sind frauenzentriert und stellen die Bedürfnisse der Gebärenden in den Mittelpunkt. Zudem sind gebärende Frauen zufriedener mit der Betreuung, wenn diese individualisiert und frauenzentriert ist. Inwieweit eine solche Betreuung in Schweizer Geburtenabteilung angeboten wird, ist jedoch unklar. Ziel dieses Beitrags war deshalb zu untersuchen, ob die Bedürfnisse der gebärenden Frauen im Leitbild von Zürcher Geburtenabteilungen verankert sind und ob die Gebärenden in Entscheidungsfindungen einbezogen werden.

METHODE: Bestandsaufnahme der hebammengeleiteten Geburtshilfe und der Berufssituation der Hebammen in allen 17 Institutionen des Kantons Zürich, die über eine Geburtenabteilungen verfügen. Im Juni 2017 wurde eine Online-Umfrage verschickt. Die deskriptiven Analysen wurden mit Stata 13 durchgeführt.

ERGEBNISSE: Insgesamt 16 von 17 Institutionen (94%) nahmen an der Umfrage teil: zwölf öffentliche Spitäler, zwei Privatkliniken und zwei Geburtshäuser mit Geburtenraten in 2016 zwischen 203 bis 2‘962. In 12 (75.0%) der Geburtenabteilungen ist ein Leitbild vorhanden, indem die Bedürfnisse der Gebärenden thematisiert sind, wobei das Leitbild in drei Institutionen (25%) den Mitarbeiterinnen nur teilweise bekannt ist. Spezielle Angebote für Migrantinnen gibt es in drei Institutionen (18.8%). Die Übergabe von Hebamme zu Hebamme beim Schichtwechsel findet in acht Institutionen (50.0%) unter Einbeziehung der Gebärenden statt. Normalerweise in die Entscheidungsfindung einbezogen ist die Gebärende bei der Verabreichung von Opioiden in 76.9%, beim Beginn einer Wehenstimulation mit Oxytocin in 37.5% und bei der Wahl der Gebärposition in 81.2% der Institutionen. In vier Geburtenabteilungen (25.0%) kannten die Gebärenden die Hebamme schon vor dem Eintritt zur Geburt, in 12 (75.0%) war dies nur selten oder nie der Fall.

FAZIT: Eine frauenzentrierte Betreuung ist in der Mehrheit der Institutionen im Leitbild verankert. Die Verantwortlichen einiger Geburtenabteilungen beurteilen den Einbezug der Frauen in wichtige Entscheidungsfindungen jedoch nicht in jeder Situation als gegeben. Bezüglich der gemeinsamen Entscheidungsfindung, des Einbezugs der Frauen bei der Übergabe von Hebamme zu Hebamme und bezüglich Kontinuität in der Bereuung besteht grosses Potential, die frauenzentrierte Versorgung in Zürcher Geburtenabteilungen zu verbessern.