Detaillierte Beitrags-Information

Zurück zur Liste

Beitragstitel Heutige Screening und Beratungspraxis der Hebammen bei Zigaretten- und Alkoholkonsum, nach Einführung einer Praxisguideline vor 7 Jahren
Beitragscode P15
Autoren
  1. Yvonne Meyer Haute Ecole de Santé Vaud (HESAV) Vortragender
  2. Katharina Tritten Schwarz Berner Fachhochschule Gesundheit
  3. Natalie Urfer-Maurer Universität Basel
  4. Alexander Grob Universität Basel, Schweiz
  5. Sakari Lemola University of Warwick
Präsentationsform Poster
Themengebiete
  • 4. Gute Praxis der Gesundheitsversorgung
Abstract Hintergrund. Der Schweizerische Hebammenverband führte in Folge der Studie Substanzkonsumscreening in der Schwangerschaftsvorsorge (2007-08) eine Praxisguideline für Hebammen ein, mit dem Titel „Screening und Beratung bei Zigaretten- und Alkoholkonsum vor, während und nach der Schwangerschaft“, welche erstmals im Jahr 2011, gefolgt von der überarbeiteten Version im Jahr 2017 implementiert wurde. Das Ziel der vorliegenden Studie ist es, die Veränderung der Screening- und Beratungspraxis der Hebammen seit Einführung der Hebammen-Praxisguideline zu untersuchen.
Methode. Im Januar 2018 wurden 846 Hebammenmitglieder des Schweizerischen Hebammenverbandes (640 deutschsprachige Schweiz, 206 französischsprachige Schweiz) zu ihrer Zigaretten- und Alkohol-Screening- und Beratungspraxis mittels online Fragebogen befragt.
Ergebnisse. Die Ergebnisse zeigen Unterschiede je nachdem, ob Hebammen hauptsächlich in der Schwangerschaftsbegleitung oder in der nachgeburtlichen Betreuung tätig sind. In der Schwangerschaftsbegleitung klärten 49.3% der Hebammen Frauen routinemässig bezüglich der Risiken des Zigarettenkonsums und 61.7% zu den Risiken des Alkoholkonsums auf. Die entsprechenden Werte in der nachgeburtlichen Betreuung von Frauen liegen bei 37.6% bezüglich des Zigarettenkonsums und 41.5% bezüglich Alkoholkonsums. Die in der Guideline vorgeschlagenen Interventionsansätze, wurden unterschiedlich häufig angewendet: Während die motivierende Gesprächsführung von 42.7% der Hebammen praktiziert wurde, verwendeten ausschliesslich 16.5% das „Stadienmodell der Verhaltensänderung“ sowie lediglich 3.4% die „Methode der 5 A“ in der Beratung zu Zigaretten- und/oder Alkoholkonsum.
Schlussfolgerungen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass einerseits das Grundlagenwissen und anderseits die Screening und Beratung zu Zigaretten- und Alkoholkonsum in der Grundausbildung und Weiterbildung von Hebammen noch besser verankert werden können. Während effiziente Screening- und Beratungsmethoden existieren und in der Praxisguideline beschrieben sind, werden diese im Hebammenalltag noch nicht flächendeckend angewendet.